Wie erreichen Küchen, Caterer und Schulen die Schüler*innen von heute – analog und digital?
Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) am 18.11.2025. Gemeinsam mit meiner Netzwerk-Kollegin Sarah Schocke durfte ich für essen&ernähren einen praxisnahen Impuls geben: „Mit Wording und Angebot überzeugen – Kommunikation für eine nachhaltige Schulverpflegung“.
Und eines wurde schnell klar: digitale Ernährungskommunikation in der Schule ist kein „Add-on“ mehr – sie ist die neue Realität. Die Lebenswelt der Schüler*innen wird maßgeblich durch Smartphone-Feeds geprägt. Wer Speisenangebote, Bio-Qualität oder gesundheitsfördernde Botschaften platzieren will, braucht heute andere Werkzeuge als noch vor fünf Jahren.
Als Vorbereitung empfiehlt sich unser Überblick über nachhaltige Schulverpflegung: ➡️
„Zwischen Mensa und Smartphone: Digitale Ernährungswelten verstehen“.
Prof. Dr. Godemann (Universität Gießen) eröffnete die Veranstaltung mit einer starken Keynote:
Sie zeigte eindrücklich, wie Instagram, TikTok, YouTube und WhatsApp die Wahrnehmung von Ernährung prägen. Die JIM-Studie bestätigt:
95 % der 14–19-Jährigen besitzen ein Smartphone.
Damit bestimmen digitale Algorithmen, Trends und Influencer das tägliche Essverhalten – und damit auch Erwartungen an die Schulmensa.
Unser Ziel war es, diesen wissenschaftlichen Blick mit konkreten Praxisbeispielen aus Küchen und Kantinen zu verbinden: Wie lässt sich digitale Ernährungskommunikation in der Schule so gestalten, dass sie wirklich ankommt?
Sarah und ich haben den Faden der Keynote aufgenommen und gezeigt, wie Küchen und Caterer ihre Kommunikation modernisieren können – egal ob analog oder digital.
„CROSS OVER á la Freeflow“
Bereits zu Beginn konnten die Teilnehmenden einen QR-Code scannen, der direkt zu unserer Folie führte – ein kleines, aber wirkungsvolles Signal für die Zukunft: Speisenangebote müssen digital abrufbar sein.
Mein Einstieg: „Sprechen wir drüber.“
Ich bin bewusst mit Bildern aus dem Küchenalltag gestartet, um den Praxisbezug herzustellen:
Ich habe betont:
Es reicht nicht, gutes Essen zu kochen – wir müssen darüber sprechen.
Schüler*innen nehmen wahr, was attraktiv präsentiert wird. Das gilt sowohl in der Ausgabe als auch im digitalen Raum.
Sarah zeigte eindrucksvoll, wie digitale Ernährungskommunikation in der Schule funktionieren kann – und wo heute die größten Lücken sind.
Ihre Kernbotschaft:
MENSA: ANALOGE & DIGITALE WELT AN EINEM TISCH
Im letzten Teil habe ich verdeutlicht, warum Bio in der Schulverpflegung wieder stärker erklärt werden muss:
Besonders im Setting Schule:
Ernährung prägt ein Leben lang – und Bio ist ein wichtiger Baustein.
Ich zeigte ein Beispiel für einen DGE- & Bio-konformen Speiseplan, inkl. Bronze-Stufe (20–49 %) und „in Stein gemeißelten“ Bio-Zutaten:
Wir verwenden ausschließlich folgende Zutaten in Bio-Qualität: Kartoffeln, Reis, Nudeln sowie Milch und Milchprodukte. Ergänzende Bio-Zutaten werden tagesaktuell in der Mensa ausgewiesen.
Ein perfekter Plan für Kontrollen – aber nicht unbedingt ideal für Schüler*innen.
Deshalb mein Vorschlag:
tagesaktuelle Bio-Kommunikation an der Ausgabe, z. B. mit einer Tafel oder einem Reel.
Best-Practice: „Weiße Bohnensuppe“ wurde besser akzeptiert, nachdem die Bio-Zutaten sichtbar am Buffet präsentiert wurden.
Hier findest du die Präsentation als Video.
Diese Beispiele von Balázs Tarsoly zeigen: Attraktive Formulierungen sind Teil moderner, digitaler Ernährungskommunikation in der Schule.
Noch nie gab es so viele Förderprogramme für Küchen & Kantinen:
Viele Betriebe nutzen diese Chancen noch nicht – gerade im Bereich digitaler Kommunikation ist enormes Potenzial.
In der Abschlussrunde wurde deutlich:
Küchen wollen kommunizieren – aber Teams fühlen sich überfordert.
Meine Antwort:
Die Veranstaltung hat gezeigt:
Zwischen Mensa und Smartphone liegen Welten – aber genau hier entsteht die Chance.
Mit dem richtigen Wording, klaren Botschaften, attraktiven Speiseplänen, KI-Tools und einem Mix aus digital & analog können Schulen, Küchen und Caterer ihre Tischgäste heute viel besser erreichen.
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Quellen: siehe Präsentation – Video
Titelbild und Grafiken: CANVA