GreenCanteen, DGE-VerpflegungsCheck, GESOCA, RAL Gütezeichen, Bio-AHVV-Auszeichnung – wer Küchen berät oder leitet, begegnet diese Zertifizierungen in der Gemeinschaftsverpflegung ständig. Aber was bedeuten sie wirklich, was steckt hinter den Kriterien – und welcher Standard passt zu welchem Betrieb? Beim CONNECT am 06.07.2026 gibt Rainer Roehl von a’verdis Münster einen fundierten Überblick und Orientierung für die Praxis.
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Bio-Siegel, DGE-Check, GreenCanteen – die Zertifizierungen kennt jeder in der Gemeinschaftsverpflegung. Aber was dahintersteckt, bleibt erstaunlich oft unklar. Was ist eigentlich eine Zertifizierung, was eine Auszeichnung – und was ein Gütezeichen? Was bedeuten diese Standards im Küchenalltag – und bringen sie dem Betrieb wirklich etwas?
Beim nächsten CONNECT schauen wir gemeinsam genau hin. Mit Rainer Roehl haben wir jemanden dabei, der diese Fragen aus jahrelanger Praxis kennt – als Berater, als Ernährungswissenschaftler und als jemand, der an der Entwicklung von Standards für die Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland mitgewirkt hat.
Weil es keine einheitliche Systematik gibt. Siegel, Logos und Gütezeichen kommen aus sehr unterschiedlichen Kontexten – Gastronomie, Nachhaltigkeit, Ernährungswissenschaft, öffentliche Förderung. Jeder Standard hat seinen eigenen Träger, seinen eigenen Ansatz und seine eigene Zielgruppe. Das zu durchschauen, braucht Erfahrung.
Rainer Roehl bringt genau diese Erfahrung mit. Er kennt viele dieser Standards von innen – wie sie entstanden sind, was sie leisten sollen und was das im Küchenalltag konkret bedeutet.
Den Durchblick zu haben, zahlt sich aus: beim Beratungsgespräch, bei Förderanträgen, bei der Kommunikation mit Trägern und Gästen.
Eine Zertifizierung ist ein unabhängiger Gesamtprozess, bei dem eine externe Stelle prüft und offiziell bestätigt, dass festgelegte Anforderungen erfüllt sind. Eine Auszeichnung ist einmalig und oft nicht regelmäßig kontrolliert. Ein Umweltzeichen kennzeichnet höhere Umweltverträglichkeit – aber ohne zwingend auditierten Nachweis. Gütezeichen kombinieren definierte Standards mit externer Kontrolle.
In der Praxis werden diese Begriffe oft durcheinandergebracht. Das führt zu falschen Erwartungen – bei Betrieben, bei Gästen und bei Förderprogrammen. Beim CONNECT schafft Rainer Klarheit.
Ein Überblick über die relevantesten Standards / Zertifizierungen für die Gemeinschaftsverpflegung:
Es gibt keine Universalantwort – aber klare Orientierungspunkte. Art und Größe des Betriebs, das Ziel der Zertifizierung, die Kapazitäten für Dokumentation und Prüfung – all das spielt eine Rolle. Einige Leitfragen helfen:
Beim CONNECT geht Rainer genau in diese Abwägungen – und zeigt, wie Beratungskräfte ihren Betrieben dabei helfen können, die richtige Entscheidung zu treffen.
Kommt drauf an. Ein Siegel, das nur fürs Marketing geholt wird, ohne interne Veränderung, bringt wenig. Ein Standard, der wirklich genutzt wird – zur Speiseplansteuerung, für den Einkauf, als Nachweis gegenüber Trägern oder für Förderanträge – kann echter Qualitätsgewinn sein. Der Unterschied liegt im Wie, nicht im Ob.
Rainer Roehl geht beim CONNECT auch auf die Frage ein, wann eine Zertifizierung wirklich sinnvoll ist – und wann nicht. Das Ziel ist nicht das Zertifikat. Das Ziel ist gutes, gesundes Essen.
Wer das Thema Bio-Zertifizierung für Küchen und Kantinen vertiefen möchte, findet bei uns entsprechende Beratungsangebote – auch mit Förderung.
Standards und Siegel sind in der Beratung konkrete Werkzeuge: für Förderanträge, für Gespräche mit Trägern und Entscheidern, für die Gästekommunikation und für die interne Qualitätsentwicklung. Wer als Beratungskraft die Unterschiede kennt, kann gezielt empfehlen – statt allgemein zu beraten.
Gerade für Beratungskräfte und Coaches in der GV ist dieses Wissen ein echter Vorteil im Gespräch mit Betrieben. Zertifizierungen spielen auch bei Förderanträgen eine zunehmend wichtige Rolle. Wer das einsetzen kann, hat mehr Argumente auf dem Tisch.
Mehr zu unseren Angeboten für Beratungskräfte und zur Weiterbildung in der Gemeinschaftsverpflegung.
Im Anschluss öffnen wir den Raum für Austausch, Q&A und Vernetzung. Deine Chance für Match-Making und neue Projektanfragen.
Das variiert je nach Standard, Betriebsgröße und Prüfaufwand erheblich. Manche Tools sind kostenlos zugänglich, andere erfordern externe Audits und laufende Mitgliedsbeiträge. Einige Standards sind über Förderprogramme ganz oder teilweise finanzierbar. Welcher Aufwand realistisch ist, lässt sich am besten im Beratungsgespräch klären.
Beide helfen dabei, Qualität in der Gemeinschaftsverpflegung sichtbar zu machen – aber mit unterschiedlichem Fokus. Der DGE-VerpflegungsCheck ist ein digitales Self-Check-Tool, das sich an den DGE-Qualitätsstandards orientiert. GESOCA ist ein Managementsystem mit Fokus auf den Gesundheitswert von Speiseplänen. Welches besser passt, hängt vom Ziel und vom Betrieb ab.
Ja, oft. Programme wie RIBE-AHV oder Landesprogramme setzen teils nachweisbare Qualitätsstandards oder eine Bio-Zertifizierung voraus. Wer bereits zertifiziert ist oder aktiv darauf hinarbeitet, ist bei Förderanträgen häufig im Vorteil.
Für Kitas und Schulen gibt es mehrere passende Ansätze – von niedrigschwelligen digitalen Tools bis zu etablierten Gütezeichen mit externer Prüfung. Der DGE-VerpflegungsCheck bietet einen guten Einstieg, weil er direkt auf die DGE-Qualitätsstandards für diese Lebenswelten ausgerichtet ist.
Ja. Ein Siegel ist kein Beweis für gutes Essen – und gutes Essen braucht kein Siegel. Entscheidend ist, ob Qualität intern tatsächlich gelebt und entwickelt wird. Das Siegel macht Qualität nach außen sichtbar – es ersetzt aber keine echte Haltung.
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Quellen:
essen&ernähren – Beratung in der Gemeinschaftsverpflegung (2026)
Fachinput: Rainer Roehl, a’verdis – sustainable foodservice solutions, Münster